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Gegenwärtige Ursachen des Kummers

02/10/2017

Es gibt im Leben zwei Arten von Schicksalsschlägen, oder anders ausgedrückt, sie haben zwei unterschiedliche Ursachen, die es zu unterscheiden gilt. Die einen haben ihre Ursache im gegenwärtigen Leben, die anderen außerhalb dieses Lebens.

Indem man zum Ursprung irdischer Leiden zurückgeht, wird man erkennen, dass viele eine natürliche Folge des Charakters und des Verhaltens derjenigen sind, die sie ertragen. Wie viele Menschen fallen durch ihre eigenen Fehler! Wie viele sind Opfer ihrer Sorglosigkeit, ihres Stolzes und ihres Ehrgeizes! Wie viele ruinieren sich selbst durch Mangel an Ordnung, an Beharrlichkeit, durch schlechte Handlung und weil sie ihre Wünsche nicht eingeschränkt haben!

Wie viele unglückliche Verbindungen gibt es, die aus berechnendem Interesse oder aus Eitelkeit entstanden sind, mit denen das Herz nichts zu tun hat! Wie viele Streitigkeiten und verhängnisvolle  Auseinandersetzungen hätten mit mehr Mäßigung und weniger Empfindlichkeit vermieden werden können! Wie viele Krankheiten und Gebrechen sind die Folge von Unmäßigkeit und Übermaß aller Art!

Wie viele Eltern sind unglücklich über ihre Kinder, weil sie ihre schlechte Veranlagung nicht von Anfang an bekämpft haben! Aus Schwäche oder Gleichgültigkeit haben sie es zugelassen,  dass sich in ihnen Keime des Stolzes, des Egoismus und törichter Eitelkeit entwickeln konnten,  die das Herz ausdörren. Und wenn sie später die Früchte ihrer Erziehung ernten,  wundern sie sich und beklagen sich über deren Respektlosigkeit und Undankbarkeit.

Menschen,  die von Schicksalsschlägen und Lebensenttäuschungen tief getroffen wurden,  mögen einmal ganz nüchtern ihr Gewissen befragen. Sie mögen Stück für Stück die Quelle ihres Leidens aufsuchen; dann werden sie einsehen, dass sie in den meisten Fällen sagen können: „Hätte ich dies getan oder jenes vermieden, wäre ich nicht in dieser Lage.“  Wem soll man nun die Verantwortung für all unseren Kummer geben, wenn nicht uns selbst? Der Mensch ist in vielen Fällen Urheber seines eigenen Unglücks; aber statt dies zu erkennen, findet er es einfacher und weniger demütigend für seine Eitelkeit, das Schicksal, die Vorsehung, die ungünstigen Gelegenheiten und seinen schlechten Stern anzuklagen, obwohl sein schlechter Stern nur in seiner Nachlässigkeit begründet liegt. Derartige Leiden stellen sicherlich einen bedeutenden Anteil an den Schicksalsschlägen des Lebens dar. Der Mensch wird sie vermeiden, indem er gleichermaßen an seiner moralischen wie intellektuellen Besserung arbeitet.

Das menschliche Gesetz erfasst bestimmte Verstöße und bestraft sie. Der Verurteilte könnte somit einsehen, dass er die Konsequenzen für das trägt, was er angerichtet hat. Dieses Gesetz ist aber nicht in der Lage,  alle Verstöße zu erfassen. Es betrifft insbesondere solche Vergehen,  die der Gesellschaft Schaden zufügen, nicht aber solche, die nur denjenigen schaden, die sie begehen. Gott aber will den Fortschritt all Seiner Geschöpfe. Er belässt folglich keine Abweichung vom rechten Weg ohne Konsequenzen. Jeder Verstoß, mag er noch so klein sein, jede einzelne Handlung,  die S einem Gesetz zuwiderläuft, hat zwangsläufige, Daraus folgt, dass der Mensch in kleinen wie in großen Sachen immer an dem Punkt bestraft wird, an dem er Fehler begangen hat. Das Leiden als eine Folge dessen ist eine Ermahnung für seine Fehler. Das gibt ihm Erfahrung und lässt ihn den Unterschied zwischen Gut und Ungut spüren sowie die Notwendigkeit, sich zu bessern, um in Zukunft das zu vermeiden, was die Quelle seines Leidens war.  Ohne diese Folgen hätte er keinen Grund sich zu ändern. Glaubte er an Bestrafungslosigkeit, würde er seinen Fortschritt und folglich sein zukünftiges Glück verzögern.

Die Erkenntnis kommt allerdings manchmal etwas spät. Wenn das Leben verschwenderisch und wirr geführt wurde, wenn die Kräfte schon verbraucht sind und das Übel nicht wieder gutzumachen ist, dann beginnt der Mensch zu sagen: „Wenn ich am Anfang meines Lebens gewusst hätte, was ich heute weiß, wie viele Fehltritte hätte ich vermeiden können! Wenn ich wieder anfangen müsste , würde ich mich anders verhalten. Es bleibt nun aber keine Zeit mehr!” Wie der faule Arbeiter, der sagt: „Ich habe meinen Tag vergeudet.”, so sagt auch er: „Ich habe mein Leben vergeudet.” Aber so wie für den Arbeiter die Sonne am nächsten Tag aufgeht und ihm erlaubt, die verlorene Zeit wieder gutzumachen, so wird auch für den Menschen nach der Grabesnacht die Sonne eines neuen Lebens scheinen, in dem es ihm möglich wird, die Erfahrungen der Vergangenheit und seine guten Vorsätze für die Zukunft zu nutzen.

KAPITEL V –  Das Evangelium im Lichte des Spiritismus

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