Was man unter „im Geiste arm“ zu verstehen hat

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Selig sind, die im Geiste arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. (Matthäus – V, 3)

 Die Ungläubigkeit hat sich lustig über diese Maxime gemacht: „Selig sind, die im Geiste arm sind.“  ebenso wie über viele andere Sachen, die sie nicht versteht. Unter „im Geiste arm“ versteht Jesus nicht die Geistigbehinderten, sondern die Demütigen. Er sagt, dass ihnen das Himmelreich gehört und nicht den hochmütigen Menschen.

Menschen von irdischer Kultur und Intelligenz, schätzen sich auch selbst im Allgemeinen so hoch ein, dass sie die Sache Gottes als ihrer unwürdig betrachten. Fast immer nur, um sich selbst besorgt, können sie keine Gedanken zu Gott emporheben. Diese Tendenz, sich für so überlegen zu halten, bringt sie oft genug dazu, alles zu verneinen, das ihnen höher steht. Damit sie nicht erniedrigt vor anderen da stehen, verneinen sie die Göttlichkeit selbst. Wenn sie sich nämlich einverstanden erklärten, die Göttlichkeit zu akzeptieren, würden sie eines ihrer schönsten Attribute bestreiten: Ihre mit weiser Vorsehung bedachte Wirkung auf die irdischen Angelegenheiten, da sie ja überzeugt sind, sie alleine könnten die Welt gut regieren. Sie legen ihre Intelligenz als universellen Maßstab an und fühlen sich in der Lage, alles zu verstehen. Daher können sie die Möglichkeit, dass es etwas gibt, was sie nicht verstehen, nicht akzeptieren. Haben sie ein Urteil gefällt, dann ist es unwiderruflich.

Wenn sie die Existenz der unsichtbaren Welt und einer übermenschlichen Macht nicht gelten lassen, dann nicht etwa, weil dies ihr Vorstellungsvermögen übersteigt, sondern weil sie sich gegen den Gedanken auflehnen, dass etwas existiert, dem sie nicht überlegen sind und das sie von ihrem Sockel stürzen würde. Aus diesem Grunde haben sie für alles, was nicht aus der sicht‐  bzw. greifbaren Welt kommt, nur ein verächtliches Lächeln übrig. Sie halten sich für zu gebildet und geistreich, um an Sachen zu glauben, die ihrer Ansicht nach nur für die einfachen Menschen gut sind und betrachten diejenigen als „im Geiste arm “, die solche Dinge ernst nehmen.

Doch, was immer sie auch sagen, sie werden, genau wie die anderen, in diese unsichtbare Welt eingehen, die sie so sehr in das Lächerliche ziehen. Dann werden sie die Augen öffnen und ihren Irrtum erkennen. Aber Gott, Der gerecht ist, kann jemanden, der Seine Macht missachtet hat, weder in derselben Weise empfangen, wie denjenigen, der sich Seinen Gesetzen demütig untergeordnet hat, noch beiden die gleiche Stellung verleihen. Indem Jesus sagt, das Himmelreich gehöre den einfachen Menschen, erklärt er, dass niemand ohne die Bescheidenheit im Herzen und die Demut im Geiste  dort aufgenommen wird. Somit wird der Unwissende, der diese Eigenschaften besitzt, dem Gelehrten, der mehr an sich als an Gott glaubt, vorgezogen. In jedem Fall erhebt Jesus die Demut in den Rang der Tugenden, die uns näher zu Gott bringen und ordnet den Stolz den Lastern zu, die uns von Ihm entfernen. Der Grund hierfür ist ein natürlicher: Demut bedeutet, sich Gott zu unterwerfen, Stolz jedoch heißt, sich gegen Gott aufzulehnen. Für die zukünftige Glückseligkeit des Menschen ist es, irdisch betrachtet, also wertvoller, arm im Geiste  zu sein, dafür aber reich an moralischen Eigenschaften.

KAPITEL VII –  Das Evangelium im Lichte des Spiritismus

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