Die den gelehrten und klugen verborgenen geheimnisse

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 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. (Matthäus XI, 25)

 Es mag sonderbar erscheinen, dass Jesus Gott dafür dankt, dass er diese Dinge nur den einfachen und kleinen Leuten offenbart hat, die arm im Geiste sind, und sie den Weisen und Klugen, die dem Anschein nach eher im Stande sind, sie zu verstehen, vorenthalten hat. Unter Ersteren muss man die Demütigen verstehen, die sich vor Gott klein machen und nicht meinen, sie seien allen Menschen überlegen. Letztere sind die Stolzen, die wegen ihres weltlichen Wissens eingebildet sind und sich für klug halten, da sie Gott leugnen. Und wenn sie Ihn nicht von vornherein ablehnen, sprechen sie Ihn zumindest wie einen Ebenbürtigen an. In der Antike war das Wort ‚weise’ ein Synonym für ‚gelehrt’. Deshalb überl.sst Gott ihnen die Suche nach den Geheimnissen der Erde und offenbart den Bescheidenen und Demütigen, die sich vor Seiner Herrlichkeit verneigen, die Geheimnisse des Himmels.

Ebenso verhält es sich heute mit den großen Wahrheiten, die durch den Spiritismus offenbart werden. Manche Ungläubigen wundern sich, dass die Geister sich so wenig Mühe geben, sie zu überzeugen. Der Grund ist, dass sie sich vorzugsweise mit den Menschen beschäftigen, die sich bemühen, nach bestem Gewissen und in Demut das Licht zu suchen, als mit denjenigen, die glauben, das ganze Licht zu besitzen und scheinbar denken, Gott müsste überglücklich sein, wenn Er sie zu Sich zurückführt, indem Er ihnen Seine Existenz beweist.

Die Macht Gottes kommt in den kleinsten wie auch den größten Dingen zum Vorschein. Er stellt Sein Licht nicht unter den Scheffel, sondern verbreitet es überall in vollem Glanz. Blinde sind daher diejenigen, die es nicht sehen. Gott will ihnen die Augen nicht mit Gewalt öffnen, da sie diese ja lieber geschlossen halten.  Ihr Tag wird kommen. Zuvor müssen sie jedoch die Angst der Dunkelheit spüren und in der Hand, die ihren Stolz erschüttert, Gott erkennen und darin nicht etwa einen Zufall sehen. Um die Ungläubigkeit zu besiegen, wendet Gott die Mittel an, die Ihm je nach Individuum geeignet erscheinen. Es steht dem Ungläubigen nicht zu, Gott vorzuschreiben, was Er zu tun hat, oder Ihm zu sagen: „Wenn Du mich überzeugen willst, musst Du das so oder so anstellen, lieber zu diesem Zeitpunkt als zu jenem, weil es mir gerade so passt.“ Die Ungläubigen sollten sich daher nicht wundern, wenn Gott und die Geister, welche die ausführenden Kräfte Seiner Gebote sind, sich ihren Forderungen nicht unterwerfen. Sie sollten sich aber fragen, was sie dazu sagen würden, wenn der Letzte ihrer Bediensteten ihnen Vorschriften machen würde. Gott stellt Bedingungen, doch Er fügt sich ihnen nicht. Er hört diejenigen gütig an, die sich in Demut an Ihn wenden, nicht jedoch jene, die glauben, sie seien mehr als Er.

Nun wird man fragen, könnte Gott sie nicht persönlich durch Aufsehen erregende Zeichen erschüttern, vor denen sich sogar der hartnäckigste Ungläubige verneigen müsste? Zweifellos könnte Er das. Worin bestünde jedoch ihr Verdienst und wozu wäre das alles gut? Sieht man nicht tagtäglich Menschen, die sich gegen die offenkundigsten Tatsachen sperren und sogar sagen: „Auch wenn ich es sehen würde, würde ich es nicht glauben, denn ich weiß , es ist unmöglich.” Wenn sie sich weigern, die Wahrheit zu erkennen, dann deshalb, weil weder ihr Geist reif genug ist, sie zu verstehen, noch ihr Herz, um sie zu fühlen. Der Stolz ist der graue Star, der ihnen die Sicht verschleiert.  Wozu sollte man einem Blinden das Licht zeigen? Zunächst einmal muss man die Ursache des Übels heilen. Deshalb kuriert Gott, wie ein geschickter Arzt, zuerst den Stolz. Er gibt Seine verirrten Kinder nicht auf, da Er weiß, dass sich ihre Augen früher oder später öffnen werden. Er will aber, dass dies aus eigenem Willen heraus geschieht. Und Er weiß, dass sie sich dann, besiegt durch die Qualen der Ungläubigkeit, von selbst in Seine Arme werfen und Ihn, wie der verlorene Sohn, um Vergebung bitten werden.

KAPITEL VII –  Das Evangelium im Lichte des Spiritismus

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