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DIE NACHSICHT

04/06/2018

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 Ist es tadelnswert, den Fehler anderer Menschen zu beobachten, ohne dass man diese jemandem offen legt, wenn das keine Vorteile zu ihren Gunsten bringen wird?

Alles hängt von der Absicht ab. Mit Sicherheit ist es nicht verboten, das Unheil zu sehen, wenn es existiert. Es wäre sogar unvernünftig, überall nur Gutes zu sehen. Diese Illusion würde dem Fortschritt schaden. Der Fehler besteht darin, den Tadel zu benutzen, um anderen zu schaden, in dem wir den anderen in der Öffentlichkeit unglaubwürdig machen. Genauso verächtlich wäre es dies jemanden anzutun, nur um eine Ahnung der Bösartigkeit zu vermitteln und aus dem Vergnügen heraus, den anderen bei den Fehlern zu ertappen. Wenn wir andererseits den Schleier des Vergessens über die schlechten Taten legen, um sie vor der Öffentlichkeit zu schützen, geschieht genau das Gegenteil: Der Beobachter der schlechten Taten anderer kann für sich selbst daraus eine Lehre ziehen. Das heißt, dieser übt die Handlung zu vermeiden, die er selbst an den anderen bemängelt. Ist diese Bemerkung wohl für den Sittenlehrer auch nicht hilfreich? Wie sollte er die menschlichen Fehler beschreiben, wenn er ihre Beispiele nicht studieren würde?

Hl. Ludwig, Paris, 1860

Das Evangelium im Lichte des Spiritismus – Kap. X – 20

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